Symptome und Behandlung · Probleme mit der Haut

Gürtelrose

Symptome früh erkennen, Beschwerden lindern und Komplikationen vermeiden

15 Min. · Medizinisch geprüft von · Geschrieben von Anna Sipilä
shingles on a man's body
Zusammenfassung
Gürtelrose verursacht meist brennende Schmerzen und einen einseitigen Hautausschlag mit Bläschen. Hier lesen Sie, woran man sie erkennt, was hilft und wann ärztliche Hilfe wichtig ist.

Gürtelrose ist eine schmerzhafte Viruserkrankung, die meist plötzlich beginnt und viele Betroffene verunsichert. Häufig stehen anfangs Brennen, Kribbeln oder stechende Schmerzen im Vordergrund, noch bevor die Haut sichtbar verändert ist. Erst danach entsteht typischerweise ein einseitiger Ausschlag mit kleinen Bläschen. Wer sich fragt, ob Gürtelrose ansteckend ist, wie sich Gürtelrose Symptome zeigen oder ob eine Gürtelrose Impfung sinnvoll sein kann, braucht vor allem klare und verlässliche Informationen. Genau darum geht es in diesem Artikel.

Die Erkrankung wird durch dasselbe Virus ausgelöst, das früher Windpocken verursacht hat. Nach einer durchgemachten Windpockeninfektion verbleibt das Virus im Körper und kann Jahre später wieder aktiv werden. Dann kommt es nicht erneut zu Windpocken, sondern zu Gürtelrose. Die Beschwerden reichen von mild bis sehr schmerzhaft. Besonders wichtig ist, Warnzeichen für einen schweren Verlauf zu erkennen, denn bei Beteiligung des Gesichts oder der Augen ist eine rasche ärztliche Abklärung wichtig.

Was ist Gürtelrose eigentlich?

Gürtelrose, medizinisch Herpes zoster, entsteht durch eine Reaktivierung des Varizella-Zoster-Virus. Dieses Virus bleibt nach Windpocken in Nervenknoten des Körpers in einer Ruhephase zurück. Wenn es später erneut aktiv wird, wandert es entlang eines Nervs zur Haut und löst dort Entzündung, Schmerzen und den typischen Bläschenausschlag aus.

Charakteristisch ist, dass die Hautveränderungen meist nur auf einer Körperseite auftreten. Häufig betroffen sind Brustkorb, Rücken oder Bauch. Möglich sind aber auch Kopf, Gesicht, Nacken oder seltener Arme und Beine. Viele Menschen beschreiben die Schmerzen als brennend, bohrend, elektrisierend oder sehr berührungsempfindlich. Schon Kleidung auf der Haut kann unangenehm sein.

Nicht jede Gürtelrose verläuft gleich. Bei manchen bleibt die betroffene Fläche klein und heilt ohne größere Probleme ab. Bei anderen sind die Schmerzen stark, die Hautreaktion ausgedehnt oder die Beschwerden halten lange an. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für anhaltende Nervenschmerzen nach der akuten Phase.

Wie bekommt man Gürtelrose?

Gürtelrose entsteht nicht dadurch, dass man sich im Alltag typischerweise neu mit der Erkrankung ansteckt. Auslöser ist vielmehr die erneute Aktivierung des bereits im Körper vorhandenen Windpockenvirus. Deshalb kann Gürtelrose nur bei Menschen auftreten, die früher eine Windpockeninfektion hatten oder mit dem Virus bereits in Kontakt gekommen sind.

Warum das Virus wieder aktiv wird, lässt sich im Einzelfall oft nicht eindeutig beantworten. Das Risiko steigt jedoch mit dem Alter, weil das Immunsystem bestimmte Erreger weniger wirksam in Schach hält. Auch eine geschwächte Immunabwehr kann eine Rolle spielen, zum Beispiel durch bestimmte Erkrankungen oder Behandlungen, die das Abwehrsystem beeinträchtigen.

Im Alltag wird häufig vermutet, Stress allein sei die Ursache. Stress kann den Körper belasten, gilt aber eher als möglicher begünstigender Faktor und nicht als alleinige Erklärung. Entscheidend ist, dass die Reaktivierung im Inneren des Körpers stattfindet und nicht von außen wie eine klassische Neuinfektion beginnt.

Gürtelrose Symptome: So zeigt sich die Erkrankung häufig

Viele Betroffene bemerken zuerst ungewöhnliche Schmerzen, Kribbeln, Jucken oder ein überempfindliches Hautgefühl. Diese Phase kann ein bis mehrere Tage dauern, bevor man überhaupt etwas sieht. Gerade deshalb wird die Erkrankung anfangs manchmal mit Muskelverspannungen, Rückenschmerzen oder einem Hautproblem verwechselt.

Typische Gürtelrose Symptome sind:

  • brennende, stechende oder ziehende Schmerzen auf einer begrenzten Hautfläche
  • Kribbeln, Juckreiz oder starke Berührungsempfindlichkeit
  • Rötung und kleine flüssigkeitsgefüllte Bläschen
  • ein meist halbseitiger Verlauf entlang eines Hautareals
  • gelegentlich Abgeschlagenheit, leichtes Fieber oder Krankheitsgefühl

Die Bläschen sind anfangs klar, werden später trüber, trocknen ein und verkrusten. Insgesamt heilt der Ausschlag oft innerhalb mehrerer Wochen ab. Die Schmerzen können jedoch schon vor dem Ausschlag beginnen und manchmal länger bestehen bleiben als die sichtbaren Hautveränderungen.

Wie sieht Gürtelrose aus?

Der Ausschlag entwickelt sich meist auf gerötetem Untergrund. Darauf entstehen Gruppen kleiner Bläschen, die dicht beieinander liegen. Anders als viele andere Hautausschläge bleibt Gürtelrose typischerweise auf eine Körperseite begrenzt und überschreitet die Mittellinie des Körpers häufig nicht. Dieses Muster ist ein wichtiger Hinweis.

Im frühen Stadium wirkt die Stelle manchmal nur gerötet oder gereizt. Erst danach bilden sich Bläschen. Später trocknen sie ein und werden zu Krusten. Nach der Abheilung bleibt nicht immer eine Narbe zurück, die Haut kann aber eine Zeit lang empfindlich oder verfärbt sein. Fotos im Internet helfen nur begrenzt, weil ähnliche Hautbilder auch bei anderen Erkrankungen vorkommen können. Entscheidend ist immer die Kombination aus Aussehen, Schmerzen und Verlauf.

Ist Gürtelrose ansteckend?

Viele Menschen möchten wissen, ob Gürtelrose ansteckend ist. Die kurze Antwort lautet: Eine betroffene Person gibt nicht direkt Gürtelrose an andere weiter. In den Bläschen befindet sich jedoch aktives Virus. Wer noch nie Windpocken hatte und nicht immun ist, kann durch direkten Kontakt mit dem Bläscheninhalt Windpocken bekommen.

Das Ansteckungsrisiko ist insgesamt geringer als bei Windpocken. Vorsicht ist trotzdem sinnvoll, solange die Bläschen noch nicht eingetrocknet sind. Besonders wichtig ist dies im Kontakt mit Menschen, deren Immunsystem stark geschwächt ist. Auch bei Schwangeren ohne sicheren Immunschutz oder bei sehr kleinen Kindern sollte man umsichtig sein, wenn ein enger Kontakt nicht vermeidbar ist.

Im Alltag hilft es, die betroffene Stelle sauber und bedeckt zu halten, Bläschen nicht aufzukratzen und konsequent auf Händehygiene zu achten. Sobald die Bläschen verkrustet und trocken sind, sinkt das Risiko deutlich.

Gürtelrose im Gesicht: Wann besondere Vorsicht nötig ist

Tritt Gürtelrose im Gesicht auf, sollte man aufmerksam sein. Eine Beteiligung im Stirn-, Nasen- oder Augenbereich kann problematisch sein, weil auch das Auge mitbetroffen sein kann. Das ist medizinisch wichtig, selbst wenn die Hautveränderungen anfangs noch klein erscheinen.

Warnzeichen sind Schmerzen oder Bläschen an Stirn, Nase oder Lid, Lichtempfindlichkeit, Rötung des Auges, verschwommenes Sehen oder Schmerzen im Auge. In solchen Situationen sollte rasch ärztlich beurteilt werden, ob eine Behandlung nötig ist. Je früher eine geeignete Therapie beginnt, desto besser lassen sich Haut- und Augenbeschwerden oft begrenzen.

Auch bei Ohrbeschwerden, Schwindel, Hörveränderungen oder einer Schwäche im Gesicht ist eine zügige Abklärung sinnvoll. Nicht jede Gürtelrose im Gesicht verläuft schwer, aber sie gehört zu den Konstellationen, bei denen man nicht lange abwarten sollte.

Wie wird Gürtelrose festgestellt?

In vielen Fällen ergibt sich die Diagnose bereits aus dem typischen Muster: einseitige Schmerzen, gefolgt von einem begrenzten Bläschenausschlag. Ärztinnen und Ärzte achten besonders auf die Verteilung entlang eines Nervenareals, auf die Schmerzangaben und auf die Krankengeschichte.

Zusätzliche Tests sind oft nicht nötig, wenn das Bild eindeutig ist. Bei ungewöhnlichen Verläufen, sehr ausgedehnten Hautveränderungen oder geschwächtem Immunsystem kann eine weitere Abklärung sinnvoll sein. Das gilt auch dann, wenn andere Ursachen für den Ausschlag infrage kommen.

Ein Selbsttest ersetzt diese Einordnung nicht. Wer nur anhand von Bildern oder Checklisten versucht, die Erkrankung selbst festzustellen, kann wichtige Unterschiede zu anderen Hauterkrankungen übersehen.

Wer hat ein höheres Risiko für einen schwereren Verlauf?

Grundsätzlich kann Gürtelrose in jedem Erwachsenenalter auftreten, wenn das Windpockenvirus bereits im Körper vorhanden ist. Bestimmte Faktoren machen jedoch einen schwereren oder komplizierteren Verlauf wahrscheinlicher. Dazu gehören vor allem höheres Alter und eine eingeschränkte Immunabwehr.

Wer Medikamente einnimmt, die das Immunsystem dämpfen, sollte bei verdächtigen Beschwerden besonders aufmerksam sein. Das gilt auch für Menschen mit schweren Grunderkrankungen oder nach bestimmten intensiven Behandlungen. In diesen Situationen kann die Erkrankung ausgedehnter verlaufen und schneller medizinische Behandlung erfordern.

Auch starke Schmerzen zu Beginn, ein sehr großer betroffener Hautbereich oder Beschwerden im Gesicht verdienen mehr Aufmerksamkeit als ein kleiner, milder Ausschlag am Rumpf. Das bedeutet nicht automatisch einen gefährlichen Verlauf, aber die Hürde für eine ärztliche Abklärung sollte in solchen Fällen niedrig sein.

Gürtelrose Behandlung: Was hilft wirklich?

Die Gürtelrose Behandlung richtet sich nach Alter, Schweregrad, betroffener Körperregion und allgemeinem Gesundheitszustand. Leichte Verläufe können sich bei sonst gesunden jüngeren Erwachsenen auch ohne spezielle antivirale Medikamente zurückbilden. Trotzdem ist eine ärztliche Einschätzung sinnvoll, wenn die Schmerzen stark sind, das Gesicht betroffen ist oder die Beschwerden rasch zunehmen.

Antivirale Medikamente können den Verlauf günstig beeinflussen, vor allem wenn sie früh begonnen werden. Besonders wirksam sind sie in der frühen Phase der Erkrankung. Sie können Haut- und Augenbeschwerden sowie die akuten Schmerzen verringern, verhindern aber nicht in jedem Fall länger anhaltende Nervenschmerzen.

Zur Schmerzlinderung kommen je nach Bedarf unterschiedliche Schmerzmittel infrage. Bei starken Nervenschmerzen können auch Medikamente eingesetzt werden, die speziell auf neuropathische Schmerzen abzielen. Antibiotika helfen gegen das Virus selbst nicht. Sie sind nur dann nötig, wenn sich zusätzlich eine bakterielle Hautinfektion entwickelt.

Was kann man bei Gürtelrose selbst tun?

Eine gute Selbstfürsorge kann den Alltag deutlich erleichtern, auch wenn sie die ärztliche Behandlung nicht ersetzt. Wichtig ist vor allem, die Haut möglichst wenig zusätzlich zu reizen und die Schmerzen ernst zu nehmen.

  • Tragen Sie lockere, weiche Kleidung, damit die betroffene Hautstelle weniger scheuert.
  • Halten Sie die Haut sauber und trocken und decken Sie nässende Stellen bei Bedarf locker ab.
  • Kratzen oder öffnen Sie Bläschen nicht, auch wenn sie stark jucken.
  • Nutzen Sie Schmerzmittel nur so, wie es für Sie medizinisch sinnvoll ist.
  • Gönnen Sie sich Ruhe, wenn Erschöpfung und Schmerzen den Alltag belasten.

Von stark reizenden Hausmitteln, aggressiven Cremes oder eigenmächtigen Medikamentenkombinationen ist eher abzuraten. Was gut klingt, kann die gereizte Haut zusätzlich belasten oder den Verlauf unübersichtlich machen.

Was darf man bei Gürtelrose nicht machen?

Eine der häufigsten Fragen im Alltag lautet, was man bei Gürtelrose lieber lassen sollte. Sinnvoll ist vor allem, die Haut nicht unnötig zu reizen und Situationen zu vermeiden, in denen das Virus aus offenen Bläschen weitergegeben werden könnte.

Ungünstig sind intensives Kratzen, eng scheuernde Kleidung, das Aufplatzenlassen von Bläschen oder die Verwendung von stark parfümierten oder reizenden Produkten auf der betroffenen Haut. Wer sich krank und schmerzgeplagt fühlt, sollte außerdem hohe körperliche Belastung eher reduzieren. Ein absolutes Verbot für alltägliche Dinge wie Duschen gibt es nicht, solange die Haut schonend behandelt wird.

Zur Frage nach Kaffee gibt es keine belastbare allgemeine Regel, dass man bei Gürtelrose grundsätzlich darauf verzichten müsste. Entscheidend ist eher, wie es Ihnen insgesamt geht und ob etwas Ihre Beschwerden individuell verstärkt. Allgemein wichtiger als einzelne Lebensmittel ist eine schonende Alltagsgestaltung.

Arbeiten, Sport und Kontakte: Was ist im Alltag sinnvoll?

Ob man mit Gürtelrose arbeiten kann, hängt stark von den Beschwerden, vom betroffenen Hautareal und vom beruflichen Umfeld ab. Wer starke Schmerzen hat oder sich krank fühlt, braucht oft Erholung. Wenn der Alltag viel Körperkontakt, enge Zusammenarbeit mit gefährdeten Personen oder belastende Schutzkleidung erfordert, kann eine Pause sinnvoll sein.

Beim Sport gilt Ähnliches. Leichte Bewegung kann sich für manche gut anfühlen, intensives Training ist während der akuten Phase aber oft unangenehm. Schweiß, Reibung und enge Sportkleidung können die Haut zusätzlich reizen. Sinnvoll ist daher, sich eher am eigenen Befinden zu orientieren und Belastung erst dann zu steigern, wenn Schmerzen und Hautreiz deutlich nachlassen.

Im sozialen Alltag ist meist kein völliger Rückzug nötig. Solange Bläschen vorhanden sind, sollte man engen direkten Hautkontakt mit besonders gefährdeten Menschen jedoch vermeiden. Dazu zählen vor allem Personen mit stark geschwächtem Immunsystem.

Gürtelrose Impfung: Für wen kann sie sinnvoll sein?

Die Gürtelrose Impfung soll das Risiko für die Erkrankung und für lang anhaltende Nervenschmerzen nach der Erkrankung senken. Verfügbar ist ein Impfstoff, der keinen lebenden Virus enthält und deshalb auch für viele Menschen mit eingeschränkter Immunabwehr relevant sein kann. Die Impfung erfolgt üblicherweise in zwei Dosen im Abstand von etwa zwei Monaten.

Gerade für ältere Erwachsene ist die Vorbeugung ein wichtiges Thema, weil mit dem Alter sowohl das Erkrankungsrisiko als auch das Risiko für langwierige Schmerzen steigt. Ob eine Impfung individuell sinnvoll ist, hängt von Alter, Vorerkrankungen, Medikamenten und der persönlichen Nutzen-Risiko-Abwägung ab. Diese Entscheidung sollte zusammen mit medizinischem Fachpersonal getroffen werden.

Wichtig ist auch, Erwartungen realistisch zu halten: Eine Impfung ist keine Garantie, dass nie eine Gürtelrose auftritt. Sie kann das Risiko jedoch deutlich senken und Komplikationen unwahrscheinlicher machen.

Welche Nebenwirkungen kann die Gürtelrose Impfung haben?

Wie bei anderen Impfungen sind meist vorübergehende Reaktionen möglich. Häufig berichtet werden Schmerzen, Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle. Auch Müdigkeit, Muskelschmerzen, Frösteln, leichtes Fieber, Kopfschmerzen oder allgemeines Krankheitsgefühl können vorübergehend auftreten.

Solche Reaktionen bedeuten in der Regel nicht, dass etwas Schlimmes passiert ist, sondern zeigen, dass das Immunsystem auf den Impfstoff reagiert. Sie klingen meist von selbst wieder ab. Bei ungewöhnlich starken Beschwerden oder Unsicherheit ist es sinnvoll, die impfende Praxis oder ärztliches Fachpersonal zu kontaktieren.

Kann Gürtelrose trotz Impfung auftreten?

Ja, das ist möglich. Kein Impfstoff schützt in jeder Situation vollständig. Trotzdem bleibt die Impfung ein wichtiger Baustein der Vorbeugung, weil sie das Risiko für Erkrankung und Spätfolgen senken kann.

Wenn trotz Impfung Beschwerden auftreten, sollten diese normal abgeklärt werden. Eine vermeintlich geringere Wahrscheinlichkeit ersetzt keine ärztliche Beurteilung, wenn Schmerzen, Bläschen oder Augenbeschwerden auftreten.

Welche Komplikationen sind möglich?

Die bekannteste Komplikation sind anhaltende Nervenschmerzen nach dem Abheilen des Ausschlags. Diese sogenannten postzosterischen oder postherpetischen Schmerzen können Wochen oder Monate bestehen und den Schlaf, die Konzentration und den Alltag stark beeinträchtigen. Das Risiko dafür nimmt mit dem Alter zu.

Problematisch sind außerdem Verläufe im Gesicht, besonders wenn das Auge beteiligt sein könnte. In seltenen Fällen kann Gürtelrose auch ausgedehnter verlaufen, vor allem bei deutlich geschwächter Immunabwehr. Wer starke Kopfschmerzen, eine deutliche Verschlechterung des Allgemeinzustands, sehr ausgedehnte Hautveränderungen oder neurologische Auffälligkeiten bemerkt, sollte sich rasch medizinisch beraten lassen.

Wann sollte man mit Gürtelrose ärztliche Hilfe suchen?

Nicht jede Gürtelrose ist ein Notfall. Trotzdem gibt es klare Situationen, in denen eine ärztliche Abklärung wichtig ist. Dazu zählen starke Schmerzen, ein ausgedehnter Ausschlag, Beteiligung von Stirn, Nase oder Auge, eine Immunschwäche, höheres Alter oder ein deutlich reduzierter Allgemeinzustand.

Auch wenn der Ausschlag untypisch aussieht, rasch zunimmt oder wenn unklar ist, ob es sich überhaupt um Gürtelrose handelt, sollte man nicht zu lange warten. Eine frühe Behandlung kann besonders in den ersten Tagen hilfreicher sein als späteres Abwarten.

Patient spricht online mit Arzt

Wie kann Dokport bei Gürtelrose helfen?

Bei Verdacht auf Gürtelrose kann ein ärztlicher Chatkontakt helfen, die Beschwerden früh einzuordnen. Ärztinnen und Ärzte können Symptome anhand Ihrer Schilderung bewerten, Hinweise zur geeigneten nächsten Maßnahme geben und einschätzen, ob eine schnelle Behandlung oder eine Untersuchung vor Ort nötig ist.

Außerdem lässt sich besprechen, wie Sie die Schmerzen lindern, worauf Sie bei der Hautpflege achten und welche Warnzeichen Sie ernst nehmen sollten. Wenn es medizinisch passend ist, kann auch über Medikamente oder eine Krankschreibung entschieden werden. Wenn eine persönliche Untersuchung, weitere Diagnostik oder eine direkte Augenbeurteilung nötig erscheint, werden Sie entsprechend weitergeleitet.

Was ist im Alltag nach der Akutphase wichtig?

Auch wenn der Ausschlag bereits abheilt, ist die Erkrankung nicht immer sofort vorbei. Manche Betroffene spüren noch längere Zeit eine Überempfindlichkeit oder Nervenschmerzen. Dann kann es helfen, die Belastung langsam zu steigern und Beschwerden nicht zu bagatellisieren.

Wenn Schmerzen den Schlaf, die Stimmung oder die Arbeitsfähigkeit deutlich beeinträchtigen, lohnt sich eine erneute ärztliche Rücksprache. Gerade anhaltende Nervenschmerzen sollten früh angesprochen werden, weil es dafür gezielte Behandlungsansätze gibt. Wichtig ist außerdem, nach einer überstandenen Episode das Thema Gürtelrose Impfung bei passender Gelegenheit noch einmal anzusprechen, falls sie vorher nicht erfolgt ist.

Fazit: Gürtelrose ernst nehmen, aber besonnen handeln

Gürtelrose ist meist gut erkennbar, wenn man die Kombination aus einseitigen Schmerzen und später auftretenden Bläschen kennt. Entscheidend ist, frühe Warnzeichen nicht zu übersehen. Dazu gehören vor allem Befall im Gesicht, Augenbeschwerden, starke Schmerzen, Immunschwäche oder ein schwerer Allgemeinzustand.

Wer rasch reagiert, kann Beschwerden oft besser lindern und das Risiko für Komplikationen senken. Gleichzeitig gilt: Nicht jede Gürtelrose verläuft dramatisch. Eine ruhige, informierte Einschätzung und bei Bedarf frühzeitige medizinische Hilfe sind meist der beste Weg.

FAQ

Häufig gestellte Fragen

Windpocken sind die erste Erkrankung mit dem Varizella-Zoster-Virus, meist in jüngeren Jahren. Gürtelrose entsteht später durch die erneute Aktivierung desselben Virus im Körper.
Gürtelrose setzt voraus, dass das Virus bereits im Körper vorhanden ist. Wer das Virus nie hatte, bekommt durch Kontakt mit Bläschen eher Windpocken als Gürtelrose.
Das Risiko sinkt, wenn die Stellen bedeckt sind und die Haut nicht berührt wird. Ganz wichtig bleibt trotzdem gute Händehygiene, bis die Bläschen trocken verkrustet sind.
Der Hautausschlag heilt oft innerhalb mehrerer Wochen ab. Schmerzen können früher beginnen und in manchen Fällen deutlich länger bestehen bleiben.
Nicht jeder milde Verlauf braucht zwingend eine antivirale Therapie. Bei starken Beschwerden, höherem Alter, Immunschwäche oder Befall des Gesichts ist eine rasche ärztliche Beurteilung besonders wichtig.
Ein Selbsttest kann höchstens auf typische Merkmale aufmerksam machen. Er ersetzt keine ärztliche Einschätzung, weil andere Hauterkrankungen ähnlich aussehen können.
Ja, anfangs stehen oft Schmerzen, Kribbeln oder Brennen im Vordergrund. Der Ausschlag folgt dann meist nach einigen Tagen.
Ja, schonende Körperpflege ist in der Regel möglich. Wichtig ist, die Haut nicht stark zu reiben und die betroffene Stelle anschließend vorsichtig trocken zu tupfen.
Ja, besonders wenn Nase, Stirn oder Auge betroffen sind. Dann sollte rasch ärztlich geprüft werden, ob das Auge mitbeteiligt ist.
Je nach Stärke helfen einfache Schmerzmittel oder gezieltere Medikamente gegen Nervenschmerzen. Welche Behandlung passt, hängt von Ihren Beschwerden und Vorerkrankungen ab.
Nicht unbedingt. Viele Hautveränderungen heilen ohne sichtbare Spuren ab, die Haut kann aber vorübergehend empfindlich oder verfärbt bleiben.
Vor allem für ältere Erwachsene und Menschen mit erhöhtem Risiko kann sie ein wichtiges Thema sein. Die individuelle Empfehlung hängt von Alter, Gesundheit und möglicher Immunschwäche ab.
Typisch sind Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit, Muskelschmerzen, Frösteln, Kopfschmerzen oder leichtes Fieber. Diese Beschwerden sind meist vorübergehend.
Ja, das ist möglich, auch wenn viele Menschen nur einmal im Leben daran erkranken. Eine frühere Episode schützt also nicht sicher vor einem erneuten Auftreten.
Bei Augenbeschwerden, Ausschlag im Gesicht, starken Schmerzen, rascher Ausbreitung oder deutlich schlechtem Allgemeinzustand sollte man sich zeitnah ärztlich beraten lassen.