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Elektrolyte: Was sie im Körper tun, woran ein Ungleichgewicht erkennbar ist und wann ein Arztbesuch nötig wird

14 Min. LesezeitMedizinisch geprüftGeschrieben von Anna Sipilä

Wichtigste Punkte

  • Elektrolyte wie Natrium, Kalium, Kalzium und Magnesium sind in den Körperflüssigkeiten gelöste Salze, die Muskeln, Herz und Nervensystem in Funktion halten.
  • Eine leichte Störung verläuft oft ohne Beschwerden, eine deutlichere kann Müdigkeit, Schwäche, Muskelkrämpfe, Verwirrtheit oder Krampfanfälle verursachen.
  • Die häufigste Ursache ist Flüssigkeitsverlust durch Erbrechen, Durchfall oder starkes Schwitzen, und auch Nierenerkrankungen und einige Medikamente können das Gleichgewicht stören.
  • Eine Blutuntersuchung zeigt Natrium, Kalium und bei Bedarf weitere Elektrolyte, und die Behandlung richtet sich nach der Ursache: Flüssigkeit und Nahrung bei leichter Austrocknung, Klinikbehandlung bei schweren Verläufen.
  • Verwirrtheit, Krampfanfälle, Ohnmacht, starke Muskelschwäche und das Gefühl eines Herzrhythmusproblems erfordern sofortige Hilfe.
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Elektrolyte sind in den Körperflüssigkeiten gelöste Salze, deren Konzentration in engen Grenzen bleiben muss, damit Muskeln, Herz und Nervensystem zuverlässig arbeiten. Steigt oder sinkt ein Elektrolyt wie Natrium oder Kalium zu stark, können Müdigkeit, Muskelkrämpfe, Verwirrtheit und im schlimmsten Fall Herzrhythmusstörungen die Folge sein. Meist steckt ein Flüssigkeitsverlust durch Erbrechen, Durchfall oder starkes Schwitzen dahinter, doch auch Nierenerkrankungen, hormonelle Störungen und bestimmte Medikamente kommen als Ursache infrage. Dieser Ratgeber erklärt, was Elektrolyte leisten, wie sich eine Störung bemerkbar macht, wie sie behandelt wird und wann eine ärztliche Einschätzung nötig ist.

Elektrolyte im Überblick: was sind Elektrolyte

Was sind Elektrolyte, lässt sich am besten an Alltagsbeispielen zeigen: Das Natrium im Speisesalz und das Kalium in Gemüse und Obst sind beide Elektrolyte, sobald sie in den Körperflüssigkeiten gelöst vorliegen. Ein Elektrolyt ist ein Stoff, der sich beim Lösen in Wasser in elektrisch geladene Teilchen, sogenannte Ionen, aufspaltet. Im Körper gehören dazu unter anderem Natrium, Kalium, Kalzium, Magnesium, Chlorid, Phosphat und Hydrogencarbonat. Sie kommen sowohl in den Zellen als auch in der Flüssigkeit außerhalb der Zellen vor, allerdings in unterschiedlichen Mengen. Genau dieses Konzentrationsgefälle lässt Nerven- und Muskelzellen funktionieren.

Der Körper hält die Konzentration der Elektrolyte sehr streng im Gleichgewicht. Die Nieren steuern, wie viel von jedem Stoff mit dem Urin ausgeschieden wird, und Hormone regeln sowohl das Durstgefühl als auch das Zurückhalten von Wasser und Salzen. Bei gesunden Menschen läuft dieses System unbemerkt, auch wenn Ernährung und Trinkmenge von Tag zu Tag schwanken.

Elektrolyte und Flüssigkeitsmenge gehören untrennbar zusammen. Der Natriumwert im Blut, eines der wichtigsten Elektrolyte, sagt vor allem etwas darüber aus, wie viel Wasser im Verhältnis zum Natrium im Körper vorhanden ist. Deshalb werden Störungen der Elektrolyte fast immer gemeinsam mit dem Flüssigkeitshaushalt beurteilt.

Die wichtigsten Elektrolyte und ihre Aufgaben

Jedes Elektrolyt hat eine eigene Rolle, und alle beeinflussen einander. Kalium und Magnesium sind etwa an der Steuerung des Herzrhythmus beteiligt, während Natrium den Flüssigkeitshaushalt lenkt. Die folgenden Abschnitte stellen diejenigen vor, deren Störungen im Alltag und in der Medizin am häufigsten vorkommen.

Natrium

Natrium ist das wichtigste Elektrolyt in der Flüssigkeit außerhalb der Zellen. Es bestimmt, wie sich das Wasser im Körper verteilt, und ist an der Weiterleitung von Nervenimpulsen beteiligt. Bei Erwachsenen liegt der Natriumwert im Blut üblicherweise bei 137 bis 145 mmol/l und spiegelt direkt den Wasserhaushalt wider.

Kalium

Kalium befindet sich überwiegend im Inneren der Zellen, und der im Blut messbare Anteil ist nur ein kleiner Teil der Gesamtmenge. Trotzdem ist es für die Funktion der Muskeln und besonders des Herzmuskels von großer Bedeutung. Der Referenzbereich für Kalium im Blut liegt bei Erwachsenen bei etwa 3,3 bis 4,9 mmol/l, wobei die Grenzwerte zwischen Laboren leicht abweichen können.

Kalzium

Der größte Teil des Kalziums steckt im Skelett, und nur ein kleiner Teil zirkuliert im Blut. Den Kalziumspiegel im Blut regulieren die Nebenschilddrüsen und Vitamin D. Der Referenzbereich liegt bei etwa 2,15 bis 2,51 mmol/l, und Kalzium wirkt auf Muskelkontraktion, Nervenfunktion und Herzrhythmus.

Magnesium

Magnesium ist an Hunderten von Stoffwechselvorgängen beteiligt. Im Körper befinden sich insgesamt etwa 20 bis 28 Gramm, von denen mehr als die Hälfte im Skelett gespeichert ist, sodass der im Blut messbare Anteil weniger als ein Prozent beträgt. Der Normalbereich im Blut liegt bei 0,71 bis 0,94 mmol/l.

Symptome einer Störung des Elektrolythaushalts

Eine leichte Störung der Elektrolyte verläuft oft völlig ohne Beschwerden und fällt zufällig bei einer Blutuntersuchung auf. Ein leicht erniedrigter Natriumwert von 130 bis 135 mmol/l verursacht zum Beispiel meist keine Symptome. Erst eine deutlichere oder schnell entstehende Veränderung macht sich bemerkbar, und die Beschwerden hängen davon ab, welches Elektrolyt betroffen ist.

Häufige Anzeichen sind Müdigkeit, Schwäche, Kopfschmerzen, Übelkeit, Muskelschmerzen und Muskelkrämpfe. Fällt das Natrium im Blut deutlich ab, kann Verwirrtheit auftreten, bei schwerem Verlauf auch ein Krampfanfall. Zu wenig Kalium zeigt sich als Muskelschwäche, Müdigkeit und Verstopfung und erhöht das Risiko für Herzrhythmusstörungen. Zu viel Kalium führt zu Müdigkeit, Muskelschwäche und seltsamen Empfindungen in den Gliedmaßen.

Bei niedrigem Kalzium kann es in den Fingern, den Zehen und rund um den Mund kribbeln, und die Muskeln verkrampfen. Ein zu hoher Kalziumspiegel kann sich durch Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Magen-Darm-Beschwerden, Konzentrationsprobleme und Verwirrtheit zeigen. Ein Magnesiummangel kann Muskelschwäche, Krämpfe, Zittern und Herzrhythmusstörungen verursachen, bei schwerem Mangel auch Krampfanfälle.

Die Beschwerden sind nicht für ein einzelnes Elektrolyt typisch, denn dieselben Symptome können viele Ursachen haben. Ein einzelner Krampf oder Müdigkeit allein bedeuten deshalb noch nicht, dass der Elektrolythaushalt aus dem Gleichgewicht ist. Wer bei zu wenig Elektrolyte Symptome bemerkt, die mehrfach auftreten, länger anhalten oder gemeinsam mit Erbrechen, Durchfall oder einer Grunderkrankung vorkommen, sollte der Sache auf den Grund gehen.

Ursachen für ein Elektrolytungleichgewicht

Die häufigste Ursache für ein Ungleichgewicht der Elektrolyte ist der Verlust von Flüssigkeit und Salzen. Anhaltendes Erbrechen oder Durchfall entzieht dem Körper sowohl Wasser als auch Natrium und Kalium. Reicht das Trinken nicht aus, um den Verlust auszugleichen, beginnen sich die Konzentrationen zu verschieben. Starkes Schwitzen bei Hitze oder Belastung kann dasselbe bewirken, besonders wenn gar nichts getrunken wird oder sehr große Mengen reinen Wassers getrunken werden.

Die Nieren spielen eine zentrale Rolle, weshalb Nierenerkrankungen zu den wichtigsten Ursachen zählen. Scheiden die Nieren Kalium nicht richtig aus, kann der Kaliumwert im Blut steigen, und die häufigste Ursache für erhöhtes Kalium ist tatsächlich die Niereninsuffizienz. Auch ein akutes Nierenversagen kann als Folge eines Flüssigkeitsmangels entstehen und verläuft anfangs oft völlig symptomlos, sodass die Diagnose auf Laborwerten beruht.

Medikamente beeinflussen die Elektrolyte auf vielfältige Weise. Entwässernde Mittel, sogenannte Diuretika, sind die häufigste Ursache für einen niedrigen Kaliumspiegel, und manche von ihnen können auch das Natrium senken. Von einigen Medikamenten gegen Bluthochdruck und Herzerkrankungen sowie von bestimmten Mitteln bei Epilepsie und Depression ist bekannt, dass sie den Natrium- oder Kaliumwert verändern können. Medikamente sollten jedoch nie eigenmächtig abgesetzt werden, stattdessen gehört die Sorge in ein Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt, die die Situation individuell beurteilen.

Auch für Kalzium und Magnesium gibt es typische Ursachen. Ein schwerer Vitamin-D-Mangel, eine Aufnahmestörung wie Zöliakie und eine weit fortgeschrittene Nierenerkrankung können den Kalziumspiegel senken. Hinter einem Magnesiummangel stecken am häufigsten eine Aufnahmestörung, entwässernde Medikamente, hoher Alkoholkonsum, eine Nierenerkrankung, schlecht eingestellter Diabetes, langanhaltender Durchfall oder die dauerhafte Einnahme säurehemmender Mittel. Die Ernährung allein erklärt diese Zustände nicht.

Hormonelle Erkrankungen gehören ebenfalls zu den Ursachen. Eine Überfunktion der Nebenschilddrüsen ist der häufigste Grund für einen erhöhten Kalziumspiegel, und ein Mangel an Nebenschilddrüsenhormon, etwa nach einer Schilddrüsenoperation, kann ihn senken. Eine Unterfunktion der Nebennieren kann das Kalium erhöhen, und der Verzehr großer Mengen Lakritze kann es senken. Auch schwere Mangelernährung, zum Beispiel bei Essstörungen, kann einen Kaliummangel auslösen.

Ein niedriger Natriumwert kann auch dadurch entstehen, dass zu viel Wasser im Körper verbleibt. Herz- oder Nierenerkrankungen, bestimmte Krebserkrankungen sowie starke Übelkeit und Schmerzen können die Ausschüttung des antidiuretischen Hormons steigern, wodurch Wasser im Körper zurückgehalten wird. Ein gesunder Mensch verträgt mehrere Liter Wasser, wenn das Trinken über mehrere Stunden verteilt ist, doch sehr große Mengen in kurzer Zeit können das Natrium verdünnen.

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Austrocknung und Flüssigkeitsverlust

Austrocknung bedeutet, dass der Körper mehr Flüssigkeit verliert, als er aufnimmt. Mit der Flüssigkeit gehen Salze verloren, weshalb eine Austrocknung fast immer auch die Elektrolyte aus dem Gleichgewicht bringt. Ursachen sind Erbrechen, Durchfall, Fieber, starkes Schwitzen, zu geringe Trinkmengen und bei Diabetes ein hoher Blutzucker, der die Urinausscheidung steigert.

Ein erhöhter Natriumwert im Blut weist meist darauf hin, dass im Verhältnis zum Natrium zu wenig Wasser vorhanden ist, und nicht auf zu viel Salz in der Nahrung. Leichte Austrocknung macht sich durch Durst, einen trockenen Mund und dunkleren Urin bemerkbar. In schwereren Fällen können Muskelzuckungen, Verwirrtheit und Krampfanfälle auftreten, und ein Natriumanstieg über 155 mmol/l ist bereits eine ernste Situation.

Bei älteren Menschen kann das Durstgefühl nachlassen, und kleine Kinder können ihren Durst nicht äußern, sodass sich bei ihnen eine Austrocknung unbemerkt entwickeln kann. Bei Kindern sind trockene Lippen und ein trockener Mund, bei Babys eine eingesunkene Fontanelle, seltenes Wasserlassen sowie Schläfrigkeit und Kraftlosigkeit Warnzeichen. Bei einem kleinen Baby ist ein Zeitraum von mehr als vier bis sechs Stunden ohne Wasserlassen ein Grund, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Bei Hitze können Flüssigkeits- und Salzverlust zu einer Erschöpfung durch Hitze und im schlimmsten Fall zu einem Hitzschlag führen. Warnzeichen sind Kraftlosigkeit, Übelkeit, Verwirrtheit und vor allem trockene Haut, die darauf hindeutet, dass die Schweißbildung nachlässt. Das Durstgefühl ist kein verlässlicher Maßstab, deshalb helfen regelmäßiges Trinken und ein Blick auf die Urinfarbe.

Beim Sport und bei schwerer Arbeit im Freien gehen über Stunden Flüssigkeit und Salze durch den Schweiß verloren. Bei kurzer Bewegung kommt der Körper meist ohne besondere Maßnahmen zurecht, doch eine lange und heiße Belastung kann die Vorräte aufbrauchen. Krämpfe, Schwindel und ungewöhnliche Erschöpfung während der Belastung sind Zeichen dafür, dass Pause, Ruhe und Trinken angebracht sind.

Elektrolyte im Blut: wann der Elektrolytwert gemessen wird

Der Elektrolythaushalt wird mit einer Blutuntersuchung beurteilt, bei der typischerweise Natrium und Kalium und bei Bedarf Kalzium, Magnesium und weitere Werte bestimmt werden. Häufig wird zusätzlich das Kreatinin gemessen, das die Nierenfunktion widerspiegelt. Die Blutuntersuchung zeigt, ob Flüssigkeitshaushalt oder Nierenfunktion aus dem Gleichgewicht geraten sind, auch wenn die Beschwerden gering sind.

Eine Blutuntersuchung kommt in Betracht, wenn Erbrechen oder Durchfall anhalten oder heftig sind, wenn eine Austrocknung vermutet wird und wenn Verwirrtheit, Muskelschwäche oder Herzrhythmusstörungen auftreten. Sie wird auch durchgeführt, wenn jemand entwässernde Medikamente oder andere Mittel einnimmt, die den Elektrolythaushalt beeinflussen, sowie bei der Kontrolle von Nieren- und Hormonerkrankungen. Im Krankenhaus werden die Werte wiederholt kontrolliert, weil die Flüssigkeitszufuhr sie verändert.

Die Probe wird üblicherweise aus einer Vene entnommen. Die Nierenfunktion wird zusätzlich anhand von Kreatinin und einer Urinuntersuchung beurteilt, da die Nieren die Elektrolyte regulieren. Bei schweren Störungen kann die Ärztin oder der Arzt auch den Herzrhythmus überprüfen, denn Kalium und Kalzium beeinflussen die Herzfunktion.

Das Ergebnis wird immer gemeinsam mit den Beschwerden, den Erkrankungen und den Medikamenten gedeutet. Eine leichte Abweichung erfordert nicht unbedingt mehr als eine Verlaufskontrolle oder die Suche nach der Ursache. Beim Magnesium kann der Blutwert sogar normal sein, obwohl in den Zellen ein Mangel besteht, sodass das Ergebnis nicht immer die ganze Wahrheit zeigt.

Elektrolyte bei Durchfall und Erbrechen: Behandlung, Flüssigkeitsausgleich und Klinikaufenthalt

Die Behandlung hängt davon ab, welches Elektrolyt betroffen ist, wie stark die Störung ausfällt und wodurch sie entstanden ist. Der erste Schritt ist immer, die zugrunde liegende Ursache zu klären und zu behandeln. Eine leichte Störung gleicht sich oft von selbst aus, wenn Erbrechen oder Durchfall abklingen und die Flüssigkeitszufuhr wieder normal ist.

Bei leichter Austrocknung ist der Flüssigkeitsausgleich über den Mund die wichtigste Maßnahme. Bei akutem Durchfall kommt es nach den Empfehlungen medizinischer Fachquellen vor allem darauf an, die verlorene Flüssigkeit in dem Maße zu ersetzen, in dem sie verloren geht. Geeignet sind Wasser, verdünnter Saft, Tee, Brühe und Milch, und etwas Salz lässt sich über leicht gesalzene Speisen aufnehmen. Große Mengen sehr stark gezuckerter Getränke können den Durchfall verschlimmern, weil Zucker Wasser in den Darm zieht.

Für den Flüssigkeitsausgleich über den Mund gibt es außerdem fertige Trinklösungen, die Salze und Glukose enthalten und zur Behandlung und Vorbeugung von Austrocknung verwendet werden. Sie ersetzen neben der Flüssigkeit auch verlorene Salze und werden besonders bei Kindern und bei anhaltendem Durchfall eingesetzt. Ob eine Lösung geeignet ist und in welcher Menge, hängt von Alter und Situation ab, und in unklaren Fällen empfiehlt sich die Rücksprache mit medizinischem Fachpersonal. Essen ist erlaubt, wenn Appetit besteht, denn Nahrung verschlimmert den Durchfall nicht, und das Stillen wird fortgesetzt.

Schwerere Störungen werden im Krankenhaus behandelt. Eine Flüssigkeitsgabe über die Vene gleicht den Flüssigkeits- und Salzverlust aus, und bei Bedarf werden Elektrolyte unter engmaschiger Überwachung direkt in die Vene gegeben. Bei zu niedrigem Natrium hängt die Behandlung von der Ursache ab: Ein Salzverlust wird mit Salzlösung ausgeglichen, während zu viel zurückgehaltenes Wasser eine Beschränkung der Trinkmenge und die Behandlung der Ursache erfordert. Eine zu schnelle Korrektur kann gefährlich sein, weshalb etwa ein hoher Natriumwert nur langsam gesenkt wird.

Auch bei Störungen von Kalium, Kalzium und Magnesium richtet sich die Behandlung nach der Ursache. Ein niedriger Wert kann über den Mund oder über die Vene ausgeglichen werden, in schweren Fällen im Krankenhaus. Ein hoher Kaliumwert erfordert bei schweren Verläufen eine Klinikbehandlung, und bei schwerem Nierenversagen kann eine Dialyse nötig werden. Die Behandlung eines hohen Kalziumspiegels richtet sich gegen die Ursache, zum Beispiel eine überaktive Nebenschilddrüse. Ob Nahrungsergänzungsmittel oder Medikamente geeignet sind, entscheidet immer die Ärztin oder der Arzt individuell.

Lebensmittel und Getränke als Quellen

Eine normale, abwechslungsreiche Ernährung liefert einem gesunden Menschen genug Elektrolyte. Magnesium als Elektrolyt liefern Getreideprodukte, Gemüse, Kartoffeln, Obst und Beeren sowie Kaffee, Mineralwasser und Milchprodukte. Kalzium steckt vor allem in Milchprodukten und Kalium in vielen Gemüsesorten, Wurzelgemüsen, Obst und Beeren. Natrium stammt hauptsächlich aus dem Salz in den Lebensmitteln.

Nach den Angaben medizinischer Fachquellen verursacht eine unzureichende Ernährung bei gesunden Menschen nur selten eine Störung der Elektrolyte. Der Kaliumwert im Blut kann bei Gesunden zum Beispiel durch Nahrung nicht zu hoch werden, weil die Nieren den Überschuss ausscheiden. Ein Magnesiummangel allein durch die Ernährung ist äußerst selten, und die Ursache sind häufiger eine Aufnahmestörung, Durchfall, hoher Alkoholkonsum oder Medikamente.

Sportgetränke und fertige Elektrolytgetränke enthalten Salze, oft auch Zucker, und ob sie gebraucht werden, hängt von der Situation ab. Im normalen Alltag oder bei kurzer Bewegung reichen Wasser und gewöhnliche Mahlzeiten. Bei langer, heißer und anstrengender Belastung kann es sinnvoll sein, Salze zu ersetzen, doch zu viel reines Wasser kann umgekehrt das Natrium verdünnen.

Elektrolythaushalt im Gleichgewicht halten und vorbeugen

Das Gleichgewicht zu erhalten, hängt vor allem an alltäglichen Dingen. Regelmäßiges Trinken, abwechslungsreiche Ernährung und die angemessene Behandlung von Erkrankungen halten die Elektrolyte in der Regel im Lot. Gesunde Nieren sorgen dafür, dass überschüssige Elektrolyte ausgeschieden werden. Älteren Menschen werden meist 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit pro Tag empfohlen, und die Unterstützung durch Pflegende oder Angehörige hilft, wenn das Durstgefühl nachgelassen hat.

Bei einer Magen-Darm-Infektion beugt der Flüssigkeitsausgleich von Anfang an einer Austrocknung vor. Bei heißem Wetter empfiehlt sich leichte Kleidung, es sollten Pausen eingelegt werden, und der Körper lässt sich innerhalb von 10 bis 14 Tagen vor einer schweren Belastung an die Wärme gewöhnen. Wer entwässernde Medikamente einnimmt oder eine Nieren- oder Herzerkrankung hat, kann gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt regelmäßige Blutkontrollen planen.

Gegen einen niedrigen Natriumwert hilft zusätzliches Salz nicht. Neigt der Körper dazu, Wasser zurückzuhalten, sollte man übermäßiges Trinken vermeiden und die Ursache mit der Ärztin oder dem Arzt klären. Der Verzehr großer Mengen Lakritze sollte begrenzt werden, weil er das Kalium senken kann.

Für Austrocknung besonders anfällig sind ältere Menschen, kleine Kinder und Menschen mit chronischen Erkrankungen. Bei ihnen können Erbrechen, Durchfall oder Fieber den Flüssigkeitshaushalt schnell aus dem Gleichgewicht bringen, weshalb ein früher Ausgleich wichtig ist. Gelingt das Trinken nicht oder verschlechtert sich das Befinden, sollte man nicht lange abwarten, sondern Kontakt zur medizinischen Versorgung aufnehmen. Im Zusammenhang mit Austrocknung kann außerdem ein akutes Nierenversagen entstehen, dessen Behandlung im Krankenhaus mit Flüssigkeit beginnt.

Wann ein Arztbesuch nötig ist

Zu Hause lässt sich die Lage beobachten, wenn es sich um eine kurze Magen-Darm-Infektion handelt und das Trinken gelingt. Dann genügen der Ausgleich von Flüssigkeit und Salzen, leichte Kost und Ruhe. Die Beschwerden sollten mild sein, und das Befinden bessert sich innerhalb weniger Tage.

Ärztlichen Rat sollte man einholen, wenn Erbrechen oder Durchfall länger als zwei Wochen anhalten, das Fieber über 38,5 Grad steigt oder das Trinken nicht gelingt. Dasselbe gilt, wenn der Urin lange dunkel ist oder nur sehr wenig Urin ausgeschieden wird, wenn Muskelkrämpfe und Schwäche wiederholt auftreten oder wenn man entwässernde Medikamente einnimmt und eine Magen-Darm-Infektion hinzukommt. Bei kleinen Kindern, älteren Menschen und chronisch Kranken liegt die Schwelle für eine ärztliche Einschätzung niedriger.

Dringende Hilfe ist nötig bei Verwirrtheit, ungewöhnlicher Schläfrigkeit, Krampfanfällen, Ohnmacht, starker Muskelschwäche oder dem Gefühl eines Herzrhythmusproblems. Blutiger Stuhl, starke Bauchschmerzen und trockene Haut bei Hitze sind ebenfalls Gründe für die Notaufnahme. Bei einem kleinen Baby sind Schläfrigkeit, eine eingesunkene Fontanelle und ausbleibendes Wasserlassen besorgniserregende Zeichen. In einer Notlage ist der Notruf zu wählen.

Wie Dokport bei Verdacht auf eine Elektrolytstörung helfen kann

Hat ein Magen-Darm-Infekt die Kraft geraubt oder besteht der Verdacht, dass die Elektrolyte durcheinander sind, kann eine Ärztin oder ein Arzt über Dokport die Situation per Chat schnell und unkompliziert einschätzen. Die Ärztin oder der Arzt fragt nach Beschwerden, Trinkverhalten, Erkrankungen und Medikamenten und beurteilt, ob sich die Lage zu Hause beobachten lässt oder weitere Untersuchungen nötig sind. So muss man nicht allein rätseln, was dahintersteckt.

Bei Bedarf verweist die Ärztin oder der Arzt auf Blutuntersuchungen, eine Untersuchung vor Ort oder die Notaufnahme, wenn die Beschwerden eine genauere Abklärung erfordern. Die Ärztin oder der Arzt entscheidet eigenständig, welche Behandlung die Situation verlangt. Die Betreuung aus der Ferne eignet sich nicht für schwere Symptome wie Verwirrtheit oder Krampfanfälle, die sofortige Hilfe erfordern.

Zusammenfassung

Elektrolyte wie Natrium, Kalium, Kalzium, Magnesium und weitere Salze halten Muskeln, Herz und Nervensystem in Funktion. Eine Störung entsteht meist durch Flüssigkeitsverlust, Nierenerkrankungen oder Medikamente und verläuft in leichter Form oft ohne Beschwerden. Eine Blutuntersuchung zeigt die Konzentrationen, und die Behandlung richtet sich nach der Ursache: Bei leichten Störungen reichen Flüssigkeit und Nahrung, bei schweren ist ein Klinikaufenthalt nötig. Verwirrtheit, Krampfanfälle und das Gefühl eines Herzrhythmusproblems sind Zeichen, bei denen sofort Hilfe gesucht werden muss.

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FAQ

Häufig gestellte Fragen

Was sind Elektrolyte?
Elektrolyte sind Stoffe wie Natrium, Kalium, Kalzium und Magnesium, die sich in Wasser in elektrisch geladene Teilchen aufspalten. Sie sind wichtig für die Funktion von Muskeln, Nervensystem und Herz.
Was bewirken Elektrolyte im Körper?
Elektrolyte sind in den Körperflüssigkeiten gelöste Salze. Sie regulieren die Verteilung der Flüssigkeit, die Weiterleitung von Nervenimpulsen und die Kontraktion der Muskeln.
Woher kann eine Elektrolytstörung kommen?
Am häufigsten ist ein Flüssigkeitsverlust durch Erbrechen, Durchfall oder starkes Schwitzen die Ursache. Auch Nierenerkrankungen, hormonelle Erkrankungen und einige Medikamente können den Elektrolythaushalt stören.
Welche Symptome verursacht eine Elektrolytstörung?
Eine leichte Störung verläuft oft ohne Beschwerden. Eine deutlichere Störung kann Müdigkeit, Schwäche, Kopfschmerzen, Übelkeit und Muskelkrämpfe verursachen und im schlimmsten Fall Verwirrtheit oder Krampfanfälle.
Wie funktioniert die Blutuntersuchung auf Elektrolyte?
Aus der Blutprobe werden typischerweise Natrium und Kalium bestimmt, bei Bedarf auch Kalzium, Magnesium und Kreatinin. Das Ergebnis wird gemeinsam mit Beschwerden, Erkrankungen und Medikamenten gedeutet.
Wann werden die Elektrolyte gemessen?
Die Messung erfolgt zum Beispiel bei anhaltendem Erbrechen oder Durchfall, bei Verdacht auf Austrocknung, bei Verwirrtheit oder Herzrhythmusstörungen sowie bei der Kontrolle von Nieren- und Hormonerkrankungen. Auch bei Menschen, die entwässernde Medikamente einnehmen, werden die Werte beobachtet.
Wie läuft der Ausgleich von Flüssigkeit und Elektrolyten ab?
Bei leichter Austrocknung werden Flüssigkeit und Salze durch Trinken und Essen ersetzt, bei Bedarf auch mit Trinklösungen, die Salze und Glukose enthalten. In schweren Fällen wird die Flüssigkeit im Krankenhaus über die Vene gegeben.
Reicht Wasser allein zum Ausgleich?
Bei leichten Verlusten können Wasser, verdünnter Saft, Brühe und salzige Speisen genügen. Bei großem Flüssigkeits- und Salzverlust ersetzt reines Wasser die verlorenen Salze nicht unbedingt.
Kann man durch zu viel Wasser eine Elektrolytstörung bekommen?
Ja, sehr große Wassermengen in kurzer Zeit können das Natrium im Blut verdünnen. Ein gesunder Mensch verträgt mehrere Liter, wenn das Trinken über mehrere Stunden verteilt ist.
Welche Lebensmittel enthalten Elektrolyte?
Eine abwechslungsreiche Ernährung deckt den Bedarf meist ab. Magnesium steckt in Getreideprodukten, Gemüse, Obst und Beeren, Kalzium in Milchprodukten und Kalium in Gemüse und Obst.
Verursacht eine einseitige Ernährung eine Elektrolytstörung?
Bei gesunden Menschen löst die Ernährung allein selten eine Störung aus. Meist stecken eine Erkrankung, Medikamente oder ein großer Flüssigkeitsverlust dahinter.
Welche Medikamente können die Elektrolyte beeinflussen?
Entwässernde Mittel, einige Medikamente bei Bluthochdruck und Herzerkrankungen sowie bestimmte Mittel bei Epilepsie und Depression können Natrium oder Kalium verändern. Medikamente sollten nicht eigenmächtig abgesetzt, sondern mit der Ärztin oder dem Arzt besprochen werden.
Woran erkennt man Austrocknung bei Kindern?
Anzeichen sind trockene Lippen und ein trockener Mund, seltenes Wasserlassen, Schläfrigkeit und bei Babys eine eingesunkene Fontanelle. Treten sie auf, sollte man Kontakt zur medizinischen Versorgung aufnehmen.
Wann ist eine Elektrolytstörung ein Notfall?
Ein Notfall liegt vor bei Verwirrtheit, Krampfanfällen, Ohnmacht, starker Muskelschwäche oder dem Gefühl eines Herzrhythmusproblems. In einer Notlage ist der Notruf zu wählen.
Kann man einer Elektrolytstörung vorbeugen?
Regelmäßiges Trinken, abwechslungsreiche Ernährung und der Flüssigkeitsausgleich bei einer Magen-Darm-Infektion beugen den meisten Störungen vor. Bei chronischen Erkrankungen und regelmäßiger Medikamenteneinnahme kann die Ärztin oder der Arzt Kontrollen planen.
Hilft zusätzliches Salz?
Zusätzliches Salz verhindert keinen Abfall des Natriums im Blut. Bei großer Hitze und starkem Schwitzen kann ein Ausgleich der Salze sinnvoll sein, der Bedarf richtet sich jedoch nach der Situation.
Welche Elektrolyte gehen bei Durchfall verloren?
Bei Durchfall gehen vor allem Wasser, Natrium und Kalium verloren. Deshalb ist es wichtig, die verlorene Flüssigkeit und die Salze frühzeitig zu ersetzen.
Wie erkennt man zu wenig Kalium?
Ein Kaliummangel zeigt sich als Muskelschwäche, Müdigkeit und Verstopfung und kann das Risiko für Herzrhythmusstörungen erhöhen. Sicher feststellen lässt er sich nur durch eine Blutuntersuchung.
Kann ein Arzt aus der Ferne bei Verdacht auf eine Elektrolytstörung helfen?
Eine Ärztin oder ein Arzt kann die Beschwerden einschätzen, nach Erkrankungen und Medikamenten fragen und auf Blutuntersuchungen oder eine Untersuchung vor Ort verweisen. Bei schweren Symptomen ist sofortige Behandlung vor Ort nötig.