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ADHS-Symptome bei Erwachsenen: Wie man sie erkennt und was als Nächstes zu tun ist

11 Min. LesezeitMedizinisch geprüftGeschrieben von Anna Sipilä

Wichtigste Punkte

  • ADHS-Symptome bei Erwachsenen zeigen sich meist als inneres Unruhegefühl statt als sichtbare Überaktivität wie in der Kindheit.
  • ADHS bei Frauen bleibt oft jahrelang unerkannt, weil eine vorwiegend unaufmerksame Ausprägung häufiger ist und viele lernen, ihre Schwierigkeiten zu verbergen.
  • ADHS bedeutet nicht Gefühlskälte, sondern eine Schwierigkeit, Emotionen zu regulieren, die von außen dennoch distanziert wirken kann.
  • Eine verlässliche ADHS-Diagnose erfordert immer eine gründliche klinische Abklärung, kein Online-Test allein kann sie ersetzen.
  • Die Behandlung setzt sich meist aus Psychoedukation, Alltagsstruktur, gegebenenfalls Therapie und bei Bedarf Medikamenten zusammen.
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ADHS-Symptome bei Erwachsenen sehen häufig ganz anders aus als das Bild eines zappeligen Kindes, das viele Menschen bei diesem Begriff vor Augen haben. Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung beginnt immer in der Kindheit, doch viele Erwachsene bemerken erst dann, wie stark sie betroffen sind, wenn beruflicher Druck, Beziehungen oder der Alltag ein lang bestehendes Muster aus Unruhe, Unordnung und impulsivem Verhalten sichtbar machen. Dieser Artikel erklärt, was ADHS bei Erwachsenen bedeutet, welche Symptome typisch sind, wie eine Diagnose im Erwachsenenalter meist abläuft und wann es sinnvoll ist, ärztlichen Rat zu suchen.

Was ist ADHS bei Erwachsenen?

ADHS steht für Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung und bezeichnet eine neurologische Entwicklungsbesonderheit, bei der sich die Hirnnetzwerke, die Aufmerksamkeit, Aktivität und Impulskontrolle steuern, anders entwickeln. Sie beginnt immer in der Kindheit, auch wenn sie erst Jahrzehnte später erkannt wird, und bleibt bei vielen Menschen bis ins Erwachsenenalter bestehen, wenn auch oft in veränderter Form. Aufmerksamkeit, Aktivitätsniveau und Impulsivität unterscheiden sich von Mensch zu Mensch erheblich, und viele zeigen einzelne Züge, ohne dass die Kriterien für die eigentliche Störung erfüllt sind.

Entscheidend für die Unterscheidung zwischen gewöhnlicher Zerstreutheit und einer tatsächlichen Störung sind Dauer und Ausmaß der Beeinträchtigung. Man spricht von der Störung, wenn Unaufmerksamkeit, Überaktivität oder Impulsivität über lange Zeit in mehreren Lebensbereichen gleichzeitig deutliche Probleme verursachen und sich nicht besser durch eine andere Erkrankung, eine belastende Lebensphase oder eine Stimmungsstörung erklären lassen. Ein einzelner stressiger Monat mit schlechter Konzentration ist etwas anderes als ein Muster, das in irgendeiner Form seit der Kindheit besteht.

Welche ADHS-Symptome zeigen sich bei Erwachsenen?

Die typischen ADHS-Symptome bei Erwachsenen lassen sich in drei sich überschneidende Bereiche einteilen, wobei jede Person eine eigene Kombination zeigt. Unaufmerksamkeit äußert sich als Schwierigkeit, die Konzentration auf etwas zu halten, das nicht unmittelbar interessiert: Die Aufmerksamkeit wandert bei kleinsten Ablenkungen ab, Aufgaben werden begonnen und liegengelassen, Termine werden wiederholt verpasst, Gegenstände gehen verloren, und Details werden übersehen, während dieselbe Person sich stundenlang in eine wirklich interessante Beschäftigung vertiefen kann. Überaktivität zeigt sich bei Erwachsenen selten als körperliche Unruhe wie in der Kindheit, sondern meist als ständiges inneres Unruhegefühl, ein rasendes Gedankenkarussell und die Schwierigkeit, sich jemals wirklich zu entspannen, selbst in der Freizeit. Impulsivität kann sich als Ungeduld beim Warten oder in Gesprächen zeigen, als Unterbrechen anderer, als schnelle, unüberlegte Entscheidungen und als Antworten auf Fragen, bevor sie überhaupt fertig gestellt wurden.

Neben diesen drei Kernbereichen gehören zu den ADHS-Symptomen bei Erwachsenen häufig auch Schwierigkeiten mit exekutiven Funktionen: Aufgaben zu planen, zu beginnen, zu organisieren und tatsächlich zu Ende zu bringen, kann sich unverhältnismäßig anstrengend anfühlen, selbst wenn die Aufgabe an sich einfach ist. Zeitmanagement ist für viele eine echte Schwachstelle, was sich in ständiger Verspätung und Last-Minute-Hektik zeigt. Auch diese Symptome schwanken oft: An manchen Tagen läuft alles gut, während eine belastende Phase im Job oder zu Hause dieselben Eigenschaften deutlich störender macht.

Warum wirkt ADHS bei Erwachsenen anders als in der Kindheit?

ADHS bei Erwachsenen ähnelt selten dem Bild des unruhigen Schulkindes, das viele Menschen mit diesem Begriff verbinden. Während sich Überaktivität bei einem Kind oft als Herumlaufen oder ständiges Aufstehen zeigt, wird dieselbe zugrunde liegende Eigenschaft bei einem Erwachsenen meist zu einem inneren Unruhegefühl, das nach außen manchmal nur als leichte Nervosität oder ein ständiges Gefühl der Eile sichtbar wird. Viele Erwachsene beschreiben ihren Kopf als "einen Motor, der nie ausgeht", obwohl sie nach außen gefasst wirken.

Diese Verschiebung ist einer der Hauptgründe, warum ADHS bei Erwachsenen so lange unerkannt bleibt: Sowohl die betroffene Person als auch ihr Umfeld suchen nach der offensichtlichen Überaktivität aus der Kindheit und verbinden anhaltende innere Unruhe, Vergesslichkeit oder verpasste Termine nicht mit demselben Muster. Viele haben zudem über Jahre gelernt, ihre Schwierigkeiten durch strikte Routinen oder ständige Zusatzanstrengung auszugleichen, was das wahre Ausmaß der Belastung vor Außenstehenden und manchmal auch vor sich selbst verbirgt.

ADHS bei Frauen: eigene Muster

ADHS bei Frauen wird auffällig häufig erst spät oder gar nicht erkannt, und die Forschung nennt dafür einen wiederkehrenden Grund: Bei Mädchen und Frauen zeigt sich häufiger eine vorwiegend unaufmerksame Ausprägung ohne die auffällige Überaktivität oder Impulsivität, die in Schule und Beruf eher Aufmerksamkeit erregt. Dadurch äußern sich die Symptome meist als Tagträumerei, Unordnung oder stiller Rückzug statt als störendes Verhalten, das jemandem sofort auffällt.

Viele Frauen lernen schon früh, ihre Schwierigkeiten zu verbergen, indem sie andere genau beobachten und sich anstrengen, Erwartungen zu erfüllen, sodass die innere Belastung oft deutlich größer ist, als von außen sichtbar wird. Dieses Verbergen kostet viel Kraft und kann mit der Zeit zu Erschöpfung, Ängsten oder einem anhaltenden Gefühl des Versagens beitragen. Bei Frauen mit ADHS besteht zudem ein erhöhtes Risiko für Essstörungen, und hormonelle Schwankungen, etwa während des Menstruationszyklus, einer Schwangerschaft oder der Wechseljahre, können die Symptome zeitweise deutlich verstärken. Wer eine Einschätzung vornimmt, sollte deshalb auch die leiseren, nach innen gerichteten Erscheinungsformen berücksichtigen und sich nicht allein auf das klassische Bild sichtbarer Überaktivität verlassen.

ADHS-Erwachsene zwischen Stärke und Überforderung

Dieselben Eigenschaften, die den Alltag erschweren, können unter den richtigen Bedingungen auch echte Stärken sein. Bei einer wirklich interessanten Aufgabe können viele Erwachsene mit ADHS-Symptomen ungewöhnlich intensiv fokussieren, schnell kreative Lösungen entwickeln und entschlossen handeln, ohne lange zu zögern. Spontaneität, Energie und die Fähigkeit, schnell auf veränderte Situationen zu reagieren, können in Tätigkeiten, die Flexibilität belohnen, echte Vorteile sein.

Dieselben Eigenschaften werden jedoch zur Belastung, sobald die Umgebung dauerhafte, reizarme Konzentration, strikte Termintreue oder sich wiederholende Routineaufgaben ohne Abwechslung verlangt. In solchen Situationen fühlt sich dieselbe Person häufig überfordert, gerät bei Fristen ins Hintertreffen oder trifft übereilte Entscheidungen, die später korrigiert werden müssen. Dieses Schwanken zwischen Erfolg und Überforderung bedeutet nicht Faulheit oder Nachlässigkeit, sondern zeigt, wie stark die Struktur der Umgebung und die verfügbare Unterstützung darüber entscheiden, wie störend sich die Symptome tatsächlich auswirken.

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Wodurch entsteht ADHS?

ADHS ist eine in der Kindheit beginnende Entwicklungsbesonderheit des zentralen Nervensystems, deren Ursache in der Regel im Zusammenspiel mehrerer Faktoren liegt. Die Vererbung spielt eine erhebliche Rolle: Ein einzelnes Gen, das immer zu dieser Störung führt, wurde nicht gefunden, doch mehrere Gene erhöhen nachweislich die Wahrscheinlichkeit, und nahe Verwandte einer betroffenen Person sind selbst deutlich häufiger betroffen. Auch Faktoren rund um Schwangerschaft und Geburt, etwa Sauerstoffmangel unter der Geburt oder ein sehr niedriges Geburtsgewicht, können das Risiko erhöhen.

Die Veranlagung allein bestimmt jedoch nicht, wie stark sich die Symptome im Alltag letztlich auswirken. Umgebung und Lebensgewohnheiten beeinflussen, wie belastend die Beschwerden werden: ständige Unterbrechungen, häufiges gleichzeitiges Erledigen mehrerer Dinge und eine ausgeprägte Nutzung digitaler Geräte können Konzentrationsschwierigkeiten verstärken, auch wenn keiner dieser Faktoren allein die Störung auslöst. Wichtig ist auch, dass Konzentrationsschwierigkeiten ohne eine eigentliche Störung auftreten können, etwa bei anhaltendem Stress, Schlafmangel oder dauerhafter Überlastung; in solchen Fällen bessern sich die Beschwerden oft, sobald die zugrunde liegende Belastung abnimmt.

Wie läuft die ADHS-Diagnostik bei Erwachsenen ab?

Die ADHS-Diagnostik bei Erwachsenen beruht auf einer sorgfältigen, meist mehrstufigen Abklärung und nicht auf einem einzelnen Test oder einem einzigen Termin. Dabei wird untersucht, wie viele Symptome vorliegen, wie lange sie schon bestehen und wie stark sie verschiedene Lebensbereiche beeinträchtigen, in der Regel durch strukturierte Gespräche und gelegentlich unterstützende Fragebögen. Da ADHS per Definition in der Kindheit beginnt, versucht eine gründliche Abklärung außerdem, frühere Anhaltspunkte zu finden, etwa über Schulzeugnisse oder Erinnerungen von Menschen, die die Person schon als Kind kannten.

Zur Abklärung gehört immer auch eine ärztliche Untersuchung sowie ein genauer Blick auf andere mögliche Erklärungen wie Depression, Angststörungen, Schlafstörungen, Substanzkonsum oder eine tatsächlich überlastete Lebenssituation. Die ADHS-Diagnostik bei Erwachsenen wird meist von einer Fachärztin oder einem Facharzt für Psychiatrie geleitet, kann aber auch von anderen entsprechend geschulten Ärzten durchgeführt werden, teils gemeinsam mit einer Psychologin. Es gibt keinen Bluttest und keine Bildgebung des Gehirns, die diese Störung bestätigen könnte; die Diagnose beruht auf einer strukturierten klinischen Einschätzung.

Kann ein ADHS-Test allein die Diagnose liefern?

Ein ADHS-Test aus dem Internet kann ein hilfreicher erster Schritt sein, um die eigene Situation besser zu verstehen, und ein auffälliges Ergebnis kann genau der Anstoß sein, den jemand braucht, um sich an eine Fachperson zu wenden. Wichtig ist jedoch zu verstehen, dass kein selbst ausgefüllter Fragebogen und kein Online-Test allein eine Diagnose liefern kann, denn eine echte Diagnose erfordert immer eine klinische Abklärung, die die gesamte Lebensgeschichte, die Auswirkungen auf den Alltag und andere mögliche Erklärungen berücksichtigt.

Ein ADHS-Test für Erwachsene sollte deshalb eher als Gesprächsanlass verstanden werden, nicht als endgültige Antwort. Wenn das Ergebnis eine echte Sorge um sich selbst oder eine nahestehende Person weckt, ist der sinnvolle nächste Schritt, dies mit einer Ärztin oder einem Arzt zu besprechen, die oder der beurteilen kann, ob eine ausführlichere Abklärung sinnvoll ist.

Welche Beschwerden treten häufig gleichzeitig mit ADHS auf?

ADHS tritt häufig gemeinsam mit anderen Beschwerden auf, und das zu erkennen ist sowohl für die Abklärung als auch für die Behandlung wichtig. Angststörungen und gedrückte Stimmung sind häufige Begleiter, ebenso wie Schlafprobleme wie Einschlafschwierigkeiten oder ein unregelmäßiger Schlafrhythmus, die sowohl Folge der Symptome sein als auch diese verstärken können. Manche Erwachsene tragen zudem ein erhöhtes Risiko für problematischen Substanzkonsum, und gelegentlich erklärt eine unerkannte und unbehandelte Störung langanhaltende Schwierigkeiten in Ausbildung oder Beruf.

Der ältere Begriff ADS wird manchmal noch verwendet, um eine Ausprägung zu beschreiben, bei der Unaufmerksamkeit im Vordergrund steht, ohne dass deutliche Überaktivität oder Impulsivität hinzukommen; heute gilt dies als eine Erscheinungsform derselben zugrunde liegenden Störung und nicht als eigenständige Diagnose. Stimmungsschwankungen, ein geringes Selbstwertgefühl und Schwierigkeiten, langfristige Beziehungen aufrechtzuerhalten, treten häufig gemeinsam mit den Kernsymptomen auf, da wiederholte Rückschläge im Alltag das Selbstwertgefühl nach und nach schwächen können, obwohl die eigentliche Ursache in einer anderen Arbeitsweise des Nervensystems liegt und nicht in einem persönlichen Versagen.

Wie wird ADHS bei Erwachsenen behandelt?

Die Behandlung setzt sich in der Regel aus mehreren, individuell abgestimmten Bausteinen zusammen. Am Anfang steht die Psychoedukation, also das Verständnis dafür, was die Störung tatsächlich bedeutet und wie sie sich im eigenen Alltag auswirkt, denn dieses Verständnis allein erleichtert oft schon den Umgang mit den Symptomen. Zu den praktischen Maßnahmen gehört häufig eine stärkere Alltagsstruktur: ein regelmäßiger Schlafrhythmus, Bewegung, klare Routinen sowie Hilfsmittel für Zeitmanagement und Gedächtnis können die Schwierigkeiten mit exekutiven Funktionen spürbar erleichtern. Viele profitieren zudem von einer kognitiven Verhaltenstherapie oder einem Coaching, das sich auf konkrete Strategien für den Alltag konzentriert.

ADHS-Medikamente können ein wertvoller Teil der Behandlung sein, besonders wenn die Symptome die Funktionsfähigkeit deutlich beeinträchtigen, wobei die Entscheidung stets bei einer Fachärztin oder einem Facharzt nach individueller Abklärung liegt. Zu den ADHS-Medikamenten zählen sowohl stimulierende als auch nicht stimulierende Wirkstoffe, und die passende Substanz und Dosis zu finden, kann etwas Ausprobieren sowie eine regelmäßige Kontrolle erfordern, unter anderem von Blutdruck und Puls. Die Behandlung wird meist langfristig angelegt, und ihre Notwendigkeit sowie Wirksamkeit werden in regelmäßigen Abständen gemeinsam mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt überprüft.

Wann sollte man wegen ADHS-Symptomen ärztlichen Rat suchen?

Leichte, gelegentliche Konzentrationsprobleme oder Unruhe lassen sich oft zunächst selbst angehen, etwa durch festere Routinen, ausreichend Schlaf und weniger unnötige Belastung. Ärztlicher Rat ist jedoch sinnvoll, wenn Unaufmerksamkeit, Unruhe oder Impulsivität Beruf, Ausbildung oder Beziehungen deutlich beeinträchtigen, wenn das Muster schon seit der Kindheit besteht und wenn eigene Strategien nicht ausreichen.

Eine raschere Abklärung sollte man in Betracht ziehen, wenn zu den Konzentrationsschwierigkeiten eine deutlich gedrückte Stimmung, ausgeprägte Ängste oder ein zunehmender Substanzkonsum als Bewältigungsversuch hinzukommen. Besteht eine akute Sorge um die eigene Sicherheit, treten starke Gedanken an Selbstverletzung auf, oder bricht die Funktionsfähigkeit plötzlich zusammen, handelt es sich um eine Situation, die dringend ärztliche Hilfe erfordert und nicht abgewartet werden sollte.

Wie kann Dokport bei ADHS-Symptomen helfen?

Wenn ADHS-Symptome beschäftigen und unklar ist, wo man anfangen soll, ermöglicht Dokport ein Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt aus der Ferne, ohne den üblichen Terminvereinbarungsprozess. Die Ärztin oder der Arzt kann die im Chat geschilderten Beschwerden einordnen, die gesamte Lebenssituation besprechen und helfen, andere mögliche Erklärungen wie eine Schlafstörung, Angstsymptome oder eine überlastete Lebenssituation auszuschließen, die ADHS ähneln können. Eine formale ADHS-Diagnose stellt eine Ärztin oder ein Arzt bei Dokport nicht in einem einzigen Termin, denn eine sorgfältige Abklärung erfordert stets einen umfassenderen Prozess, aber das Gespräch kann ein natürlicher erster Kontaktpunkt sein, von dem aus die weiteren Schritte geklärt werden.

Bei Bedarf verweist die Ärztin oder der Arzt an weiterführende Untersuchungen oder eine fachärztliche Abklärung, wenn die Symptome darauf hindeuten, dass eine genauere ADHS-Abklärung sinnvoll ist. In manchen Situationen kann außerdem eine Anleitung zum Umgang mit den Beschwerden gegeben oder eine Krankschreibung ausgestellt werden, wenn dies zur Situation passt. Ziel ist ein schneller, unkomplizierter und sicherer Weg, um über Symptome mit einer Ärztin oder einem Arzt zu sprechen, wenn Unsicherheit über die eigene Situation den Alltag zunehmend belastet.

Zusammenfassung

ADHS-Symptome bei Erwachsenen können ganz anders aussehen als das Bild aus der Kindheit, das die meisten Menschen erwarten, und genau deshalb bleiben sie oft jahrelang unerkannt. Inneres Unruhegefühl, anhaltende Konzentrationsschwierigkeiten, Probleme mit exekutiven Funktionen und eine erschwerte Gefühlsregulation gehören alle zu einem breiten Beschwerdebild, das sich von Mensch zu Mensch und von Situation zu Situation unterschiedlich zeigt. Eine verlässliche Diagnose erfordert immer eine klinische Abklärung und nicht allein einen Online-Test, und die Behandlung setzt sich meist aus Wissen, Alltagsstruktur, gegebenenfalls Therapie und bei Bedarf Medikamenten zusammen. Wenn diese Beschreibung vertraut klingt, lohnt es sich, den nächsten Schritt zu wagen und eine Abklärung in Angriff zu nehmen, denn frühes Erkennen erleichtert den Alltag meist erheblich.

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Symptome und Behandlung
FAQ

Häufig gestellte Fragen

Wofür steht die Abkürzung ADHS?
ADHS steht für Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, eine neurologische Entwicklungsbesonderheit, die Aufmerksamkeit, Aktivität und Impulskontrolle betrifft. Sie beginnt immer in der Kindheit, auch wenn sie erst im Erwachsenenalter erkannt wird.
Was ist ADHS eigentlich genau?
ADHS bezeichnet ein Muster aus Unaufmerksamkeit, Überaktivität und Impulsivität, das über lange Zeit besteht und mehrere Lebensbereiche deutlich beeinträchtigt. Einzelne ähnliche Züge kommen bei vielen Menschen vor, ohne dass eine eigentliche Störung vorliegt.
Wie unterscheiden sich ADHS-Symptome bei Erwachsenen von denen im Kindesalter?
Bei Kindern zeigt sich Überaktivität oft als sichtbare körperliche Unruhe, während dieselbe Eigenschaft bei Erwachsenen meist zu innerer Unruhe wird. Auch Schwierigkeiten mit exekutiven Funktionen treten im Erwachsenenalter oft deutlicher hervor, wenn die Anforderungen steigen.
Kann ADHS erst im Erwachsenenalter beginnen?
Per Definition müssen die Symptome bereits in der Kindheit bestanden haben, auch wenn die Diagnose erst später gestellt wird. Treten die Beschwerden erstmals eindeutig im Erwachsenenalter auf, sollten zunächst andere Ursachen sorgfältig geprüft werden.
Woran erkennt man den Unterschied zu gewöhnlichem Stress?
ADHS-Symptome sind dauerhaft und wirken sich über lange Zeit auf mehrere Lebensbereiche aus, während stressbedingte Konzentrationsprobleme meist nachlassen, sobald die Belastung sinkt. Bei Unsicherheit kann eine ärztliche Abklärung Klarheit schaffen.
Ist ein ADHS-Test im Internet zuverlässig?
Ein ADHS-Test kann helfen, die eigene Situation besser einzuordnen, und zu einer Abklärung ermutigen, ersetzt aber keine klinische Untersuchung. Eine echte Diagnose erfordert immer ein strukturiertes Gespräch, die Lebensgeschichte und eine ärztliche Beurteilung.
Warum wird ADHS bei Frauen oft übersehen?
Bei Frauen zeigt sich häufiger eine vorwiegend unaufmerksame Ausprägung ohne auffällige Überaktivität, und viele lernen, ihre Schwierigkeiten durch genaues Beobachten anderer zu verbergen. Dieses Verbergen kann die Diagnose bis weit ins Erwachsenenalter verzögern, obwohl die Symptome durchgehend bestanden haben.
Ist ADS dasselbe wie ADHS?
ADS war ein älterer Begriff für eine Ausprägung, bei der Unaufmerksamkeit im Vordergrund steht, ohne deutliche Überaktivität oder Impulsivität. Heute gilt dies als eine Erscheinungsform derselben ADHS-Diagnose und nicht als eigenständige Störung.
Wodurch entsteht ADHS?
ADHS entsteht meist durch eine starke erbliche Veranlagung in Kombination mit Umweltfaktoren, etwa rund um Schwangerschaft und Geburt. Eine einzelne Ursache gibt es nicht, vielmehr wirken mehrere Faktoren zusammen.
Kann zu viel Bildschirmzeit ADHS auslösen?
Eine intensive Nutzung digitaler Geräte scheint ADHS nicht allein auszulösen, kann aber bestehende Konzentrationsschwierigkeiten verstärken, besonders bei ohnehin veranlagten Personen. Ein ausgewogener Umgang mit Bildschirmzeit ist für alle sinnvoll.
Welche Beschwerden treten häufig zusammen mit ADHS auf?
Angststörungen, gedrückte Stimmung, Schlafprobleme und ein erhöhtes Risiko für problematischen Substanzkonsum sind bei Menschen mit ADHS häufiger. Das Erkennen und Behandeln dieser Begleiterscheinungen ist ein wichtiger Teil einer umfassenden Behandlung.
Wer stellt die ADHS-Diagnose bei Erwachsenen?
Die ADHS-Diagnostik bei Erwachsenen wird meist von einer Fachärztin oder einem Facharzt für Psychiatrie durchgeführt, kann aber auch von anderen entsprechend geschulten Ärzten erfolgen, teils gemeinsam mit einer Psychologin. Grundlage sind Gespräche, die Lebensgeschichte und eine ärztliche Untersuchung.
Lässt sich ADHS ohne Medikamente behandeln?
Viele profitieren deutlich von nicht-medikamentösen Maßnahmen wie mehr Alltagsstruktur, ausreichend Schlaf, Bewegung sowie Coaching oder Therapie. ADHS-Medikamente werden meist erwogen, wenn die Beschwerden trotz dieser Maßnahmen die Funktionsfähigkeit deutlich einschränken.
Welche ADHS-Medikamente werden bei Erwachsenen typischerweise eingesetzt?
Bei Erwachsenen kommen sowohl stimulierende als auch nicht stimulierende ADHS-Medikamente zum Einsatz, wobei die Wahl individuell durch eine Fachärztin oder einen Facharzt getroffen wird. Die Behandlung wird regelmäßig überprüft, unter anderem hinsichtlich Wirkung und möglicher Nebenwirkungen.
Wann sollte man wegen ADHS-Symptomen zum Arzt gehen?
Eine Abklärung lohnt sich, wenn Unaufmerksamkeit, Unruhe oder Impulsivität Beruf, Ausbildung oder Beziehungen deutlich beeinträchtigen und schon lange bestehen. Kommen zusätzlich gedrückte Stimmung oder starke Ängste hinzu, sollte die Abklärung eher früher als später erfolgen.
Kann Dokport eine ADHS-Diagnose in einem einzigen Videotermin stellen?
Nein, eine sorgfältige ADHS-Abklärung erfordert immer einen umfassenderen Prozess als ein einzelnes Gespräch. Eine Ärztin oder ein Arzt bei Dokport kann die Symptome besprechen, andere Erklärungen ausschließen und bei Bedarf an eine weiterführende Abklärung verweisen.